Modellzüge reinigen, so geht es sicher und effektiv.
Manchmal kommt man einfach nicht drumherum, seine Modellzüge zu reinigen. Vor allem, wenn man, so wie wir neulich, eine ganze Kiste mit wunderschönem Rollmaterial bekommt, aber alles voller Staub und Fett ist.

Eine Kombination (Staub und Fett), die sowohl dem Aussehen als auch der Funktion deiner Züge gar nicht guttut

Erster Schritt: Wagen auseinandernehmen
Unser erster Versuch war, ein paar Waggons und Personenwagen vorsichtig zu zerlegen. Mit einer alten Bankkarte kann man ganz behutsam zwischen Gehäuse und Fahrgestell hebeln. So bekommt man das Oberteil meistens recht einfach ab.

Nach einer Weile hat man dann einen ganzen Haufen Einzelteile vor sich liegen. Das läuft eigentlich relativ gut, aber pass auf, dass du dir merkst, welche Teile zusammengehören. Die Dächer, Fenster und Inneneinrichtungen sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich.

Reinigen mit warmem Wasser und Spüli
Dann geht es ans eigentliche Putzen. Du brauchst nicht mehr als eine Schüssel mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, ganz normales, wie für den Abwasch. Benutz auf keinen Fall aggressive Reiniger wie Dasty oder Ähnliches, vollkommen unnötig. Eine saubere, weiche Malerbürste eignet sich super, um den Schmutz vorsichtig abzubürsten. Lass die Teile ein paar Sekunden einweichen, dann löst sich der Dreck fast von selbst.

Tipp: Wechsel das Wasser regelmäßig. Du wirst staunen, wie braun es irgendwann wird.
Nach dem Reinigen spülst du alles kurz mit kaltem Wasser ab, damit kein Seifenfilm bleibt. Wenn du das vergisst, bekommst du später hässliche Seifenränder auf den Gehäusen.

Trocknen, nicht zu heiß und nicht zu lang
Danach kannst du alle Teile auf die Heizung legen, um sie zu trocknen. Eine halbe Stunde reicht völlig, solange die Heizung nicht zu heiß ist.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ein klarer Unterschied zwischen “vorher” und “nachher”. Deine Modellzüge sehen wieder frisch und fast wie neu aus. Klick auf das Foto, um es zu vergrößern.


Alternative Methode, Reinigen ohne Auseinanderbauen
Wir geben es zu, das Zerlegen aller Wagen ist schon eine ziemliche Fummelei
Darum haben wir auch mal etwas anderes probiert: einfach den ganzen Wagen, inklusive Fahrgestell und Rädern, ins Spülwasser. Das war erst mal ein wenig heikel, kommt da nicht Wasser ins Innere? Und trocknet das überhaupt wieder richtig?



Zu unserer Überraschung hat es super funktioniert. Nach dem kurzen Abspülen mit kaltem Wasser…

… lass alles zuerst mindestens(!) eine halbe Stunde auf einem Handtuch abtropfen. Die Menge an Wasser, die aus den Wagen läuft, ist ziemlich beachtlich, wenn du diese Methode verwendest. Also überspring diesen Schritt nicht. Bei den einzelnen Abdeckungen, die wir in der ersten Methode gezeigt haben, könnte man ihn eventuell weglassen, aber wenn du die ganzen Wagen eingetaucht hast, müssen sie wirklich auf einem Handtuch abtropfen.

Danach haben wir die Wagen noch eine halbe Stunde auf die Heizung gelegt. Danach war wirklich alles trocken – auch das Innere. Kein Anzeichen von Rost, keine verzogenen Teile.

Achtung! Diese Methode funktioniert nur bei Fahrzeugen ohne Elektronik. Du kannst sie also bei Wagen und Personenwagen ohne Elektronik und Beleuchtung anwenden. Bei allem, was Elektronik enthält (also auch bei Lokomotiven), musst du das Modell zuerst auseinandernehmen und nur das Gehäuse in Seifenwasser reinigen.
Fazit, sicher und effektiv
Kurz gesagt, Modellzüge lassen sich wunderbar mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen. Wir hatten keinerlei Probleme mit beschädigten Beschriftungen oder Lackierungen. Beim kurzen Trocknen verdunstet das Wasser komplett, nichts verzieht sich. In einem Nachmittag hast du deine ganze Sammlung wieder sauber, frisch und vorzeigbar.

Ein echter Tipp für alle Modellbahnfreunde, die ihre Züge regelmäßig pflegen möchten, ohne teure Spezialmittel oder Risiken.
Wie immer gilt: Alles auf eigene Gefahr. Wir wissen ja nicht, welche Modelle du hast, wie heiß dein Wasser war oder welches Spülmittel du benutzt hast.
Zum Spaß haben wir auch einmal einen kompletten Wagen (also mit Fahrgestell und allem Drum und Dran) eine Runde im Geschirrspüler mitlaufen lassen. Obwohl das auf den ersten Blick gut zu funktionieren schien (bei 60 Grad), war das Ergebnis alles andere als gut. Die Außenseite blieb intakt, nichts verzog sich – aber das Innere begann SOFORT nach dem Öffnen des Geschirrspülers stark zu rosten. So stark, dass das Rostwasser vom kleinen Metallblech direkt an der Innenseite der Fenster herunterlief (die wurden also braun), und auch die Metallkupplungen, Federn usw. waren sofort von Rost überzogen.
Auch wenn es von außen harmlos aussieht, ist es für alle inneren Metallteile verheerend. Die Chemikalien im Geschirrspüler scheinen so aggressiv zu sein, dass das schlicht nicht funktioniert. (Hatten wir zwar auch nicht erwartet – aber man muss ja im Leben alles mal ausprobiert haben.) #lol
Also nein, das ist nicht zu empfehlen – im Gegenteil!
