Vakuformen

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Tunnelportale, Stützwände und Bodenplatten sind relativ teuer, aber ganz einfach nachzubilden mit einem Vakuform. Wie baut man ein Vakuform und wie benutzt man das Ding zum vakuformen.

Erstens der Name Vakuform. Der Name erklärt direkt schon etwas: mit ein Vakuum macht man eine Form. Als Material benutzt man Styrolplatten (im Modellbauladen unter den Namen Evergreen erwerbbar),  um das ganze fest zu halten ein Rahmen aus Aluminium, zum erwärmen den Ofen oder ein elektrischen Grill und als letztes eine Vakuumbox.

Zuerst machen wir aus Aluminium-U-Profile einen Rahmen. Der Rahmen muss genau so groß sein wie die Styrol-Platten die man später benutzt: 

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Wirklich kompliziert ist es nicht. Etwas sägen, Blindnieten und ein paar Eckprofile und fertig ist es. Die meiste Zeit benötigt das aufmessen des Ganzen.

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Wenn man 2 Rahmen fertig hat, besorgt man sich beim Buchhändler ein Handvoll „Foldback Clips“. Die kosten ein paar Cent pro Stück und man braucht (etwa) acht. Die klemmen ganz gut und sind, wenn sie zu schwach werden, wieder einfach aus zu tauschen.

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Mit die „Foldback Clips“ kann man jetzt die 2 Rahmen miteinander verbinden, damit man später die Styrolplatte dazwischen klemmen kann:

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Der erste Teil ist jetzt fertig. Der nächste Schritt ist eine Möglichkeit zu finden, das Styrol auf eine sichere Weise zu erwärmen. Man kann das ganze später in einen elektrischen Ofen tun, aber ich habe mich dafür entschieden, einen billgen Elektktrogriller zu opfern. Für die 10 Euro kann man das doch nicht lassen oder?

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Zuerst holt man das ganze Gestell runter. Beine, Platte, Auffangteller….alles Schrott was direkt im Müllcontainer kann:

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Was übrig bleibt ist ein kahler Grill, den man auf den Boden stellen kann. Ganz kahl, nur das Gitter das direkt über dem Heizelement war, ist geblieben:

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Man könnte den Rahmen mit der Styrolplatte jetzt so drauf legen, aberdas Styrol hängt (wenn es warm wird) duch, wodurch es an das Heizelement geraten würde. Das Gitter wird also etwas höher liegen müssen, oder man muss sich etwas anderes überlegen, damit man mehr Raum zwischen Heizelement und Styrol hat. Ich habe das Originalgitter auseinander genommen, um daraus eine höhere Halterung zu machen:

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Mit dem Rahmen drauf hat man folgende Konstruktion gebaut. Stabil genug und nicht zu schwer zum mitschleppen:

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Jetzt erstmal eine Styrolplatte zwischen die beide Rahmen klemmen und wir sind fertig für den nächsten Schritt: der Bau der Vakuumbox:

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Für die Vakuumbox braucht man ein paar Brettchen, ein paar Schrauben und PU Kleber. Man kennt das Zeug schon…..der so aufschäumt wenn er trocknet.

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Baue jetzt eine Kiste, die genau IN den Rahmen fällt. Der Rahmen wird also (wenn er nicht gestoppt wird) so drüber gehen. Verleime alles Luftdicht mit PU Kleber damit später keine falsche Luft angesaugt wird. Sei nicht zu geizig mit den Kleber, es muss ECHT dicht sein:

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Wie man sehen kann ist an einer Seite ein extra Stück Holz als Verstärkung angebracht. Dort bohrt man jetzt ein Loch durch, das gerade groß genug ist, damit ein Staubsaugerschlauch passt. Nicht zuviel Spiel geben, er soll straff passen.

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Da der Rahmen über die Kiste fällt, muss man ein paar Klötze um den Rand machen, damit die Styrolplatte später genau auf den Rand leigt. Mit ein paar Eisenprofilen baut man gleich eine Führungschiene an 3 Seiten, damit der Rahmen später während des saugvorgangs direkt auf die Kiste passt. Wenn das Styrol warm ist, hat man wenige Sekunden zum arbeiten, also möchte man keine Fummeleien haben. Saug, Bum, Fertig. Und nicht: Passen, messen, fummeln, Styrol wieder kalt, falsch…

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An der Innenseite der Kiste macht man aus dünnen (!!!!) Brettern einen Rand, worauf ein Löcherboard liegen kann. Man sollte dünne Bretter nehmen, damit man nicht zuviel Raum an den Rändern der Vakuumkiste verliert:

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Jetzt das ganze mal mit Lack oder Farbe einschmieren, um alles schön zu gestalten. Ich habe die Innenseite Schwarz angemalt und die Aussenseite mit Parkettlack versehen. Ist etwas schöner und schützt gegen dreckige Finger:

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An der Oberseite wird ein Lochbrett jetzt passend verarbeitet. Wir haben eine Alu Platte mit 3mm Löcher aus den Baumarkt benutzt, aber eine Holzplatte mit vielen (!!!) Löcher tut es auch. Nach dem ersten Testen haben wir ein Stützkreuz in der Mitte der Kiste gebaut, damit die Alu Platte während des Saugens nicht durchhängt:

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Der Rest ist Kinderleicht. Nehme eine Styrolplatte (0,5mm ist meine Wahl) und halte Sie mit dem Alu-Gestell über den Grill. Es soll so warm sein, das es schön nach unten durchhängt. So, jetzt dreht man das ganze mal eben um, damit alle Seiten super warm sind, aber nicht verbrennen. Pas auf! Der Aluminium Rahmen wird auch warm, also verbrennt euch nicht die Finger:

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Lege auf der Vakuumkiste ein paar Originale ( in diesen Fall ein paar Tunnelportale und Stützwände) und schalte den Staubsauger ein. Schön brüllen lassen, nicht um den Lärm kümmern.

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Wenn das Styrol GUT warm (fast schon heiss) ist, legt man es GANZ schnell auf die Kiste und siehe da………..alles saugt sich perfekt um das original und macht innerhalb ein paar Sekunden eine Kopie von allem. Wenn das Styrol nicht richtig warm ist, kann man mit einem Heissluftgerät o.ä. noch nachträglich etwas erhitzen, damit sich alles formt:

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Obwohl man dadurch etwas an Details verliert (für den Hintergrund reicht es aber allemal), ist dieser Aufwand perfekt, um solche Sachen billig zu kopieren. Eine Platte kostet etwa 1 Euro, und für das Geld kann man keine ( in diesen Fall) Wände und Portale kaufen. Alles in allem, eine prima Möglichkeit, um billig an Material für den Bau einer Modellbahn zu kommen. Vakuformen: ein guter Vorschlag, der zu mehr Kreativität anreizt.